
Als ich meinen ersten Affiliate-Link gepostet habe, habe ich dreimal überlegt, ob ich ihn wieder lösche. Nicht wegen des Produkts. Wegen der Frage, was meine Schwester, mein alter Kollege oder die Leute aus meiner alten Facebook-Gruppe wohl denken, wenn ich auf einmal Werbung mache. Diese Angst hält viele Leute vom Start ab. Mich damals fast auch. Mittlerweile weiß ich, woran es wirklich liegt: an der Art, wie die Werbung gemacht wird.
Die Angst, die fast jeder am Anfang hat
Fast jede Person, mit der ich über Affiliate-Marketing spreche, sagt irgendwann: „Ich will aber nicht wie diese Leute werden, die ständig irgendwas verkaufen.“ Diese Angst ist berechtigt. Jeder hat Accounts im Feed, die nur noch aus Rabattcodes und Kauf-jetzt-Buttons bestehen. Niemand will selbst so einen Account führen.
Das Problem dabei: Aus dieser Angst heraus posten viele am Ende gar nichts mehr. Sie haben ein Produkt gefunden, das ihnen wirklich hilft, trauen sich aber nicht, darüber zu sprechen. Dabei entscheidet nicht das Thema, ob ein Post nervt oder hilft. Es entscheidet, wie man darüber schreibt.
Was die Leute wirklich nervt
Zu viele Posts zur gleichen Zeit
Wer an einem Tag vier verschiedene Produkte bewirbt, wirkt wie ein Shop, nicht wie eine Person. Ich poste pro Woche maximal einen Beitrag mit direktem Produktbezug, meistens weniger.
Kein Bezug zur eigenen Geschichte
Ein Link ohne Kontext ist austauschbar. „Dieses Tool ist super, hier der Link“ sagt nichts darüber, warum ich es überhaupt benutze. Erst die eigene Situation macht den Unterschied: Wofür habe ich es gebraucht, was hat vorher nicht geklappt, was hat sich konkret geändert.
Links ohne jede Einordnung
Viele posten einen Link und erwarten, dass Leute einfach klicken, ohne zu sagen, für wen das Produkt überhaupt gedacht ist und für wen nicht. Das wirkt wie Druck statt wie eine Empfehlung.
Wie ich das für mich gelöst habe
Erst Nutzen, dann Link
Ich schreibe zuerst, was mein konkretes Problem war. Erst danach kommt das Produkt als Lösung, nicht als Hauptfigur des Posts. Bei meinem Canva-Beitrag zum Beispiel ging es zuerst um das Chaos auf meinem Schreibtisch, nicht um die Software selbst.
Eine Empfehlung ist auch eine Absage
Ich sage dazu, für wen ein Produkt nicht passt. Bei einem Tool, das ich zuletzt getestet habe, habe ich klar geschrieben, dass es sich für jemanden mit wenigen Posts im Monat nicht lohnt. Das war der Post mit den meisten ernst gemeinten Kommentaren, nicht der mit den meisten Likes.
Ehrlich sagen, wenn etwas nicht gepasst hat
Ich habe schon Produkte abgebrochen und das auch so gepostet. Wer nur Erfolgsgeschichten zeigt, verliert irgendwann die Leute, die selbst schon einmal etwas Halbgares gekauft haben. Das sind in meiner Zielgruppe fast alle, mich eingeschlossen.
Ein konkretes Beispiel aus meinem Feed
Vor einigen Wochen habe ich ein KI-Tool empfohlen, das mir beim Schreiben von Produktbeschreibungen hilft. Statt direkt mit dem Link zu starten, habe ich beschrieben, wie lange ich vorher für eine einzige Beschreibung gebraucht habe und wo das Tool mich trotzdem noch selbst nacharbeiten lässt. Die Reaktionen waren anders als sonst: Fragen zur eigenen Situation, keine Standard-Likes ohne weiteren Kommentar.
Ein paar Wochen später habe ich dasselbe Tool noch einmal erwähnt, dieses Mal mit einer Einschränkung: Für kurze, einfache Texte lohnt es sich aus meiner Sicht kaum. Diese Ehrlichkeit hat mir mehr Vertrauen gebracht als jeder reine Jubelpost.
Was du heute ausprobieren kannst
Schreib deinen nächsten Produkt-Post so, dass er auch ohne Link funktionieren würde. Erzähl, was das Problem war, bevor du das Produkt erwähnst. Und sag mindestens einmal, für wen das Produkt nicht gedacht ist. Das macht aus einer Werbung eine Empfehlung, der Leute tatsächlich zuhören.
Schreib mir gern, welches Produkt dich zuletzt wirklich überzeugt hat und warum. Vielleicht wird daraus der nächste ehrliche Beitrag hier.