Was zwischen der ersten Idee und einem fertigen Post wirklich passiert

Hinter-den-Kulissen - jasoom

Ein Post, der bei mir am Montag online geht, hat in der Regel schon drei Tage vorher
angefangen zu existieren, nur nicht als fertiger Text, sondern als halber Satz in einer
Notizen-App. Was am Ende als kurzer Beitrag im Feed steht, ist meistens die letzte von
mehreren Versionen. Ich zeige hier, was dazwischen wirklich passiert, nicht die aufgeräumte
Version davon.

Der Post, der nach fünf Minuten Arbeit aussieht
Von außen sieht ein guter Post oft aus, als hätte ihn jemand zwischen zwei Terminen schnell
runtergeschrieben. Bei mir steckt da fast nie nur eine kurze Schreibsession drin. Die Idee zu
meinem letzten Mythos-Post lag drei Tage als Stichwort in meiner Liste, bevor ich überhaupt
den ersten Satz geschrieben habe.

Wo eine Idee wirklich anfängt
Die Notizen-Liste, die nie leer wird
Ich sammle Ideen in einer einzigen Liste auf meinem Handy. Meistens nach einem Gespräch,
einer Frage in einer Facebook-Gruppe oder einem Moment, in dem mir selbst etwas aufgefallen
ist. Die Liste hat aktuell über 40 Einträge, die meisten davon nur ein Satz.

Warum nicht jede Idee einen Post wird
Von diesen 40 Einträgen wird vielleicht jeder fünfte tatsächlich zu einem Beitrag. Der Rest fällt
beim zweiten Blick raus, weil er zu allgemein ist oder weil ich dazu nichts Eigenes zu sagen
habe. Eine Idee, zu der ich keine eigene Geschichte oder kein konkretes Beispiel finde, bleibt
liegen, manchmal für Monate.

Von der Idee zum fertigen Text
Erster Entwurf, roh und unfertig
Der erste Entwurf ist bei mir fast immer zu lang und zu werblich. Ich schreibe einfach alles raus,
was mir zum Thema einfällt, ohne auf Länge oder Ton zu achten. Dieser Entwurf geht nie direkt
online, das war am Anfang anders und ging regelmäßig schief.

Der Check gegen leere Phrasen
Am nächsten Tag lese ich den Text noch einmal und streiche alles raus, was nach
Werbesprache klingt oder nichts Konkretes sagt. Sätze wie „das verändert alles“ oder „ein
echter Gamechanger“ fliegen bei mir sofort raus, wenn ich sie überhaupt erst geschrieben habe.

Die Bild-Frage am Schluss
Erst wenn der Text steht, kommt das Bild dazu. Ich erstelle es bewusst zuletzt, damit es zum
fertigen Text passt und nicht umgekehrt der Text an ein Bild angepasst wird, das schon fertig ist.

Was am Ende übrig bleibt
Von einem ersten Entwurf mit oft über 300 Wörtern bleibt für den eigentlichen
Social-Media-Post meistens ein Drittel übrig. Der Rest wandert in den dazugehörigen
Blogartikel, wo mehr Platz für die ganze Geschichte ist, so wie bei diesem Text hier.

Was das für dich bedeutet, wenn du selbst postest
Wenn dein erster Entwurf sich noch nicht gut anfühlt, ist das normal, kein Zeichen, dass du für
Social Media nicht geeignet bist. Leg zwischen erstem Entwurf und Veröffentlichung mindestens
einen Tag Pause ein. Bei fast jedem meiner Posts verändert sich in dieser Pause noch etwas Wichtiges.

Schreib mir gern, wie lange dein letzter Post von der ersten Idee bis zur
Veröffentlichung gebraucht hat. Ich bin gespannt, ob es bei anderen ähnlich aussieht wie bei
mir.

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